Polstermöbel, Sitzmöbel und Matratzen

Titel-Banner-Bild zu Möbel-Gütepass - Polster-Möbel
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Allgemeine, warentypische Produkteigenschaften

Unabhängig von Materialeinsatz, Konstruktion und Verarbeitung sind bei der qualitativen Beurteilung von Möbeln drei wichtige Produkteigenschaften zu berücksichtigen, da diese späteren Veränderungen aus normalem, natürlichem Gebrauch keinen Sachmangel darstellen:
Warentypische Eigenschaft: Resultiert aus speziellen Materialeigenschaften (z. B. Naturmerkmale bei Echtholz oder Leder)
Modellbedingte Eigenschaft: Optisches Erscheinungsbild eines Modells (z. B. besonders legere oder straffe Verarbeitung). Näheres dazu erfragen Sie bitte bei Ihrem Verkäufer, oder entnehmen Sie der Produktinformation des Herstellers.
Gebrauchseigenschaft: Nutzungsbedingte Veränderungen, die keine Rückschlüsse auf Verarbeitung und Qualität zulassen (z.B. ,,Lieblingsplatz“ bei Polstermöbeln).

Weitere allgemeine und warentypische Produkteigenschaften entnehmen Sie bitte der Seite "Allgemein - Wichtige Informationen".

Bestimmungsgemäße Verwendung

Stellen Sie sicher, dass Ihre Möbel nur für den allgemeinen Wohnbereich verwendet werden. Sie eignen sich nicht für den Objekt- und Außenbereich. Die nachfolgenden Hinweise sind unbedingt zu beachten! Für Schäden, die durch Nichtbeachtung entstehen, kann keine Garantie/Gewährleistung übernommen werden.

Betten Allgemein

Siehe Matratzen. Bettanlagen müssen waagerecht ausgerichtet sein und gerade stehen, sonst kann es zu Folgeschäden kommen. Bei schwergewichtigen Personen empfehlen sich zusätzliche Stützfüße unter dem Rahmen.

Hussen / Abnehmbare Bezüge

Bei Möbelbezügen, die abgenommen werden können, müssen einige besondere Dinge beachtet werden. Hier ist unbedingt auf die Stoffzusammensetzung und die Hinweise zur Reinigung u achten. Sind sie chemisch reinigungsfähig? Sind sie waschbar und wie? Meist nur höchstens bis 30° C. Sie können leicht etwas einlaufen und sind dann schwerer oder bei Falschbehandlung gar nicht mehr aufziehbar.

Matratzen

Diese Informationen sind für Ihr eigenes Wohlbefinden sehr nützlich. Da wir etwa ein Drittel unseres Lebens mit Schlafen verbringen (müssen), ist die Qualität der richtigen Matratze besonders wichtig. Dazu gehört natürlich auch der Bettrahmen, der passende Lattenrost und eine angenehme Bettwäsche. Die gesamte Bettanlage und der Schlafraum sollten ganzheitlich und individuell auf den Menschen abgestimmt sein. Dann muss jede Person für sich entscheiden und je nach Körpergröße, Gewicht, Schlafverhalten (z. B. Seiten- oder Rückenschläfer) und Beeinträchtigungen (z. B. Hohlkreuz oder Rückenschmerzen) die einzelnen Materialien auswählen. Wer leicht oder viel schwitzt, muss auf gute Feuchtigkeitsregulierung achten. Auch sonst müssen Matratzen aus Qualitäts- und Hygiene-Gründen regelmäßig gewendet und gelüftet werden und spätestens nach 7 bis 10 Jahren erneuert werden (Empfehlung von Stiftung Warentest). Zum gesunden Schlaf gehört, dass der Schlafplatz nicht zu warm ist (eher kühl) und ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Das gilt im Prinzip auch für Wasserbetten oder Box-Spring Bettanlagen, wobei hier unbedingt die Herstellerangaben zu beachten sind.Abfärbungen, nicht farbechte Textilien

Bei hellen Stoff- oder Lederbezügen treten mitunter Abfärbungen auf, die durch nicht farbechte Textilien, z. B. von dunklen Jeansstoffen, verursacht werden. Wenn Jeansstoffe selbst nach mehrmaligem Waschen noch Farbabreibungen auf dem Bezugsstoff hinterlassen, handelt es sich nachweislich um einen Mangel des Bekleidungsstoffes und liegt nicht in der Qualität des Möbelstoffes begründet

Funktions- und Verwandlungsmöbel

Sitzmöbel mit Funktionen und Relaxliegen sind laut Stiftung Warentest immer „Kompromissmöbel“ und ein so genanntes Schlafsofa kein vollwertiger Bettersatz. Ruhe- oder TV-Sessel, Sofas mit abklappbaren Armlehnen oder höhenverstellbaren Kopfrollen benötigen einen gewissen Spielraum und Beschläge mit komplizierten Verstellmechaniken. Damit diese Technik auf Dauer zuverlässig funktioniert, ist ihre sorgfältige Handhabung sehr wichtig. Bei Verwandlungssofas und Verwandlungsliegen müssen die ausziehbaren Teile am besten in der Mitte – oder rechts und links gleichzeitig – angefasst und bedient werden. So können die Beschläge nicht durch einseitige Handhabung verzogen oder beschädigt werden. Ausklappbare Fußteile bei Relaxsesseln dürfen ebenso wenig als Sitzplatz genutzt werden wie verstellbare, abklappbare Armlehnen oder Kopfstützen. Hier beträgt die übliche Belastbarkeit 20 bis maximal 35 kg. (Hersteller Belastungsgrenzen beachten) Im allgemeinen Wohnbedarf wird von einem Benutzergewicht von 110 kg bis max. 120 kg ausgegangen. Leichte Maßveränderungen durch die Dicke der Bezugsmaterialien sind unumgänglich.

Legere Polsterung

Weicher, vorspannungsloser Polsteraufbau, bei dem eine modell- oder gestalterisch gewünschte Faltenbildung der Bezüge warentypisch ist. Die Abzeichnungen bei Steppmatten oder Kissen sind design- oder konstruktionsbedingt. Eine „besonders legere Polsterung“ zeichnet sich durch eine superweiche, softige Oberfläche aus. Die Bezüge können schon im Neuzustand ein ausgeprägtes Wellenbild zeigen. Eine gewisse Wellen-, Mulden- oder Faltenbildung im Gebrauch ist, je nach Alter der Möbel, Nutzungsintensität und Materialbeschaffenheit grundsätzlich nicht zu vermeiden. Um eine gleichmäßige Optik beizubehalten, sollte deshalb nicht nur ein „Lieblingsplatz“, sondern alle Polsterteile möglichst gleichmäßig genutzt werden. Lose und aufgelegte Sitz- und Rückenkissen müssen je nach Nutzungsintensität regelmäßig aufgeschüttelt, aufgeklopft und glatt gestrichen werden, sie haben den sog. Kopfkissen- oder Federbetteffekt. Wenn diese legere Optik als störend empfunden wird sind „straff“ gepolsterte Sitz- und Liegemöbel eine gute Alternative. (Siehe auch Wellenbildung.)

Pillingbildung

Überwiegend bei Flach- oder Mischgeweben kann es anfänglich zu Pilling-/ Knötchenbildung kommen. Sie entsteht meist durch Reibung von Fremdtextilien, mit denen der Benutzer auf dem Polstermöbel sitzt. Es handelt sich um Fremdpilling und das ist eine warentypische Eigenschaft, kein Materialfehler. Dafür gibt es spezielle Fusselrasierer, mit denen nach Herstelleranleitung die Pills problemlos entfernt werden können, ohne dass der Bezugsstoff Schaden nimmt.

Planungsware und Lieferung frei Haus

Hier ist unbedingt zu beachten: Korrekte Bedarfsermittlung und Aufmaß (inkl. Tür-, Treppen und Gangbreiten, Aufzug, Stockwerk usw.) sind Voraussetzungen für eine mangelfreie Montage. Polstermöbel und Betten müssen präzise ausgerichtet sein, da es sonst zu Folgeschäden kommen kann. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass Boden und Wände nicht ganz gerade sind und deshalb bei der Montage angepasst oder angeglichen werden müssen. Bei kurzfristigen Änderungen in den Räumlichkeiten oder bei Fremdmontage sind diese Abweichungen dem Verkäufer und Monteur rechtzeitig mitzuteilen. Der Gang und der dementsprechende Raum müssen leer bzw. begehbar sein.

Reibechtheit

Die meisten Bezugsmaterialien haben heute gute Reibechtheitswerte. Nur sehr dunkle oder intensive Farbtöne geben im Anfangsstadium manchmal etwas Farbe ab. Leichte Abfärbungen liegen im Toleranzbereich. Abhilfe schafft dann meistens eine Reinigung mit destilliertem Wasser und Natur-/ Neutralseife.

Sitz- und Polstereigenschaften

Bitte benutzen Sie bei Polstermöbeln alle Teile gleichmäßig, nicht nur den sogenannten "Lieblingsplatz", damit sich bei legeren, modernen Möbeln die Optik durch Wellen- und Muldenbildung gleichmäßig verändern kann. Achten Sie darauf, dass niemand auf den Polstermöbeln herumspringt und lassen Sie sich nicht hineinfallen. Wenn Sie die Polstermöbel versetzen, heben Sie unten am Korpus an. Setzen Sie sich nicht auf bewegliche Funktionsteile, Arm- oder Rückenlehnen. Legere Möbel und lose oder gefüllte Kissen müssen regelmäßig und je nach Nutzungsintensitiät glatt gestrichen und aufgeklopft bzw. aufgeschüttelt werden.

Sitzhärte-Unterschiede

Konstruktionsbedingte Sitzhärteunterschiede sind durch die unterschiedlichen geometrischen Formen bei Polstermöbeln und durch industrielle Serienfertigung nicht zu vermeiden, (z. B. bei Eckelementen, Funktionsbauteilen, Verwandlungselementen, Anstellhockern, Abschlusselementen etc.). Beim Schaumstoff kann es bereits im Neuzustand aus fertigungstechnischen Gründen zu Toleranzen kommen.

Gebrauchslüster / Sitzspiegel

Dieser Effekt entsteht bei allen Velours oder veloursähnlichen Oberflächen, wie Teppichböden oder Textilien. Je höher der Flor aufsteht (kuschelig, weich), desto flacher legt er sich durch Körperdruck, Wärme und Sitzgewohnheiten. Je nach Lichteinfall oder Betrachtungswinkel changiert er dann im hell/dunkel bzw. matt/glänzend Effekt. Das ist kein Materialmangel, sondern eine warentypische Eigenschaft. Es hat auf Gebrauch, Nutzen, Funktion oder Lebensdauer des Bezuges keinen Einfluss.

Straffe Polsterung

Im Sitzmöbelbereich wird bei Stilmöbeln, Stühlen und Bänken überwiegend straff gepolstert. Dabei wird der Bezug produktionsbedingt an den Polsterecken meist in Falten gelegt. Je nach Elastizität und Stärke des Bezugsmaterials erscheinen größere oder kleinere Falten, die keine Qualitätsmängel darstellen, sondern warentypische Abweichungen sind.

Stellplatz

Polstermöbel müssen gerade und ausgerichtet aufgestellt werden. Schon kleine Höhenunterschiede durch schiefe Böden oder Unebenheiten (z. B. Teppiche), können nach Wochen oder Monaten zu Folgeschäden am Untergestell führen (z. B. Knarr- oder Quietschgeräusche).

Wellen- und Muldenbildung (Faltenbildung)

Beim sogenannten "Einsitzen" verändert sich meist schon nach kurzem Gebrauch die Sitzhärte. Sie wird weicher in Abhängigkeit von Art, Dauer und Gewicht der Benutzer. Dies ist ein normaler Prozess, den jede Polsterung durchläuft. Um gleichmäßige Sitzhärten zu erzielen ist es wichtig, die Sitzposition oder den Lieblingsplatz regelmäßig zu wechseln. Sonst kann es zu einseitiger Wellen-, Mulden- oder Faltenbildung kommen.

Richtlinie: Je weicher das Bezugsmaterial und je größer die verpolsterte Fläche, umso größer ist die Neigung zur Wellen- und Faltenbildung. Unterstützt wird diese Entwicklung dadurch, dass Stoff und Leder sich unter Einfluss von Körpergewicht und Wärme mehr oder minder dehnen und sich dadurch "Wellen" bilden. Diese optische Veränderung hat auf Gebrauch, Funktion oder Lebensdauer so gut wie keinen Einfluss und stellt keinen Sachmangel dar.
Das Glattstreichen oder Aufklopfen der Bezüge und Kissen gehört zu den üblichen Sorgfaltspflichten. Liegt der Bezug nach relativ kurzer Nutzung als "Knickfalte" übereinander, sind Folgeschäden für das Bezugsmaterial zu erwarten und es ist Handlungsbedarf, z. B. in Form einer fachmännischen Nachbesserung, zu empfehlen.

Es ist zu beachten, dass die unterschiedlichen Materialien und Zusammensetzungen unterschiedlich gereinigt werden müssen.

Eine allgemeine Reinigung ist meist leichter als man denkt. Sie muss nur schnellstmöglich und vorschriftsmäßig vorgenommen werden. Die Fleckenunterteilung richtet sich im Groben nach: fetthaltige (säurehaltige) Flecken oder eiweißhaltige Flecken. Bei schwierigen Verunreinigungen oder Schäden helfen spezielle Kundendienste oder ein Polsterservice. Im Zweifelsfall fragen Sie schnellstmöglich unseren Kundendienst oder im Verkaufhaus nach. Legen Sie dazu bitte den Kaufvertrag bereit. Wir werden uns bemühen, Ihnen weiter zu helfen.

Nachstehend eine allgemeine Reinigungsempfehlung:

Flecken und Verschmutzungen bitte sofort entfernen. Für die meisten Stoffe, Microfasern, Kunstleder und Glattleder gilt folgendes:

  • Lose Krümel oder Flusen vorsichtig abbürsten oder mit der Polsterdüse auf der niedrigsten Leistungsstufe absaugen.
  • Fetthaltige und säurehaltige Verschmutzungen mit lauwarmem, destilliertem Wasser (wegen evtl. Kalkrückstände im Wasser) großflächig, von Naht zu Naht, mit einem feuchten, sauberen Tuch, z. B. Geschirrtuch oder einem sauberen Schwamm, reinigen.
  • Für eiweißhaltige Flecken (z. B. Blut oder Urin) muss eiskaltes Wasser verwendet werden. Keine Angst vor Wasser, zur Fleckentfernung ist Feuchtigkeit notwendig.
  • Für etwas ältere oder eingetrocknete Flecken, auch Tabakrauchablagerungen, brauchen Sie in der Regel Seife, sie muss parfüm- und alkalifrei und PH-neutral sein. Die Seife oder den Schaum verdünnt auf den Fleck geben, ebenfalls großflächig von außen nach innen reinigen. Danach mit einem sauberen Tuch und klarem, destilliertem Wasser nachwischen, damit evtl. Seifenrückstände weitgehend entfernt werden können. Möglichst viel von der Oberflächenfeuchtigkeit mit einem trockenen Tuch abtupfen (nicht reiben) und bei normaler Zimmertemperatur trocknen lassen.

Auf keinen Fall mit dem Fön arbeiten, das Material könnte hart oder beschädigt werden. Im feuchten bzw. nassen Zustand das Leder oder den Stoff nicht benutzen, sonst gibt es Dehnungen, Mulden oder Falten, die meist nicht mehr zu entfernen sind. Am besten die Garnitur über Nacht stehen lassen (Betten und Matratzen tagsüber bei guter Belüftung). Wurde nass gereinigt, mindestens 1-2 Tage abtrocknen lassen. Durch den Reinigungsvorgang haben Sie auch natürliche Substanzen und Imprägnierungen aus dem Bezugsmaterial entfernt. Besorgen Sie sich deshalb die geeigneten Pflege und Imprägnierungsmittel, die Ihre Materialien wieder gut schützen.

Die Beseitigung von schwierigen Flecken

Blut, Kaugummi, Kugelschreiber etc. sollten Sie nach Möglichkeit von Fachleuten entfernen oder sich dazu beraten lassen. Wir empfehlen z. B. LCK-Produkte. Bitte im Internet informieren unter www.lederpflege.de oder Unterlagen per E-mail anfordern: info@lederpflege.de

Auf keinen Fall dürfen Polstermöbel und Bezugsmaterialien aller Art mit Dampfreinigern behandelt werden.

Für das äußere Erscheinungsbild der Polstermöbel ist wichtig, dass die verschiedenen Sitzteile gleichmäßig genutzt werden. Diese Empfehlung kommt auch vom Ratgeber Möbel der Stiftung Warentest. Werden immer wieder nur die "Lieblingsplätze" benutzt, kommt es zwangsläufig zu deutlich sichtbaren optischen Veränderungen. Die sogenannten "Feinde" bei Polstermöbeln sind allgemein bekannt. Das sind die direkte Licht- und Sonneneinstrahlung, nicht farbechte Textilien (z. B. Blue Jeans, T-Shirts), Katzen- oder Tierkrallen, Klettbänder an Kleidungsstücken und säurehaltige Flecken (z. B. Fruchtsäfte, alkoholische Flüssigkeiten), sowie klebrige Süßigkeiten oder Speisereste. Dazu kommen bei allen Textilien Schweiß, Fett, Kosmetika, Tabakrauchablagerungen und die Ausdünstungen von Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen. Solche säurehaltigen Substanzen oder abfärbende Textilien hinterlassen bereits nach kurzer Zeit ihre Spuren. Das gilt vor allem für helle und einfarbige Oberflächen. Je nach Haushalt und Benutzungsgrad sollte ein Kompromiss gefunden werden zwischen Gebrauchsnutzen (Strapazier- und Gebrauchsfähigkeit, Lebensdauer) sowie Geltungsnutzen (Eleganz, Marke, Schönheit, Mode).